Tesamorelin gehört zu den Themen, bei denen die Details mehr zählen als die Schlagzeilen. Diese Seite bündelt Hintergrund, Wirkmechanismen und die praktischen Punkte, die am häufigsten gefragt werden.
Geprüft am 2025-11-26. Was noch umstritten ist, wird als umstritten gekennzeichnet.
=== Magenkarzinom === Seit September 2019 ist die Kombination Trifluridin mit Tipiracil (Lonsurf) in Europa als Monotherapie ferner für die Behandlung von erwachsenen Patienten mit metastasiertem Magenkarzinom (einschließlich Adenokarzinomen des gastroösophagealen Übergangs) zugelassen, die bereits mit mindestens zwei systemischen Therapieregimen für die fortgeschrittene Erkrankung behandelt worden sind. Die Zulassung basiert auf der randomisierten, doppelblinden Placebo-kontrollierten Phase-III-Studie TAGS, in der das Kombinationspräparat plus Best Supportive Care (BSC) versus Placebo plus BSC bei insgesamt 507 Patienten mit metastasiertem Magenkarzinom (einschließlich Adenokarzinom des gastroösophagealen Übergangs) im Verhältnis 2:1 untersucht wurde. Die Patienten hatten zuvor mindestens zwei systemische Therapieregime erhalten, die unter anderem Chemotherapien mit Fluorpyrimidin, Platin, Ramucirumab und entweder Taxan oder Irinotecan sowie bei Eignung zusätzlich eine gegen HER2 (Humaner Epidermaler Wachstumsfaktor-Rezeptor 2) gerichtete Therapie umfassten. Trifluridin/Tipiracil plus BSC verbesserte signifikant das mediane Gesamtüberleben (OS), das 5,7 vs. 3,6 Monate in der Placebo-Gruppe betrug (1- und 2-seitige p-Werte: < 0,0003 bzw. < 0,0006). Ein signifikanter Überlebensvorteil unter Trifluridin/Tipiracil plus BSC wurde auch hinsichtlich des PFS beobachtet (2,0 vs. 1,8 Monate; 2-seitiger p-Wert: < 0,0001).
Quellen: de.wikipedia.org
Die mediane Zeit bis zur Verschlechterung des Eastern Cooperative Oncology Group (ECOG)-Performance-Status auf 2 oder höher war unter Trifluridin/Tipiracil signifikant länger als in der Placebogruppe (4,3 vs. 2,3 Monate; 2-seitiger p-Wert: 0,00053). Zudem war Trifluridin/Tipiracil gut verträglich. Die häufigsten unerwünschten Ereignisse vom Grad 3 oder mehr unter Trifluridin/Tipiracil waren Neutropenie (34 %) und Anämie (19 %). In der Placebogruppe traten abdominelle Schmerzen (9 %) und eine Verschlechterung des Allgemeinzustands (9 %) am häufigsten auf.
Quellen: de.wikipedia.org
TF wird intrazellulär durch das Enzym Thymidinkinase zum Monophosphat (TF-MP) und durch das Enzym Thymidylatkinase nachfolgend zum Di- (TF-DP) und Triphosphat (TF-TP) phosphoryliert. TF-TP wird als falscher Baustein in die DNS eingebaut. Aus diesem falschen Einbau resultieren lang andauernde DNS-Schäden und DNS-Strangbrüche. Der präzise Mechanismus hierzu ist noch unklar. TF-MP wiederum bindet kovalent an Thyrosin-146 im aktiven Zentrum des Enzyms Thymidilatsynthetase (TS, auch Thymidilat-Synthase) und inhibiert dessen Aktivität- TS ist für die Konversion von Uracil-Nukleotiden in die Thymidin-Nukleotide zuständig und ist somit durch die Aufrechterhaltung ausreichender Menge an Thymidin für die DNS-Synthese von vitaler Bedeutung. Thymidin kommt nur in DNS aber nicht in RNS vor. Dort ist Uridin zu finden.
Quellen: de.wikipedia.org
=== Adjuvante Wirkung von Tipiracil === Die TS-Hemmung kann nur aufrechterhalten werden, wenn wie bei einer Dauerinfusion, TF kontinuierlich nachgeliefert würde. Ansonsten erholt sich die TS schnell und der zytotoxische Effekt ist beendet. TF wird bei der Resorption aus dem Darm, in der Leber, der Milz und auch intrazellulär recht schnell durch das Enzym Thymidinphosphorylase (TP) inaktiviert. Analog zu Thymidin wird Trifluridin durch TP zu Trifluorthymin und 2-Desoxyribose-1-phosphat abgebaut. Diese Reaktion kann durch Hinzunahme des TP-Inhibitors Tipiracil effektiv unterbunden werden. Das Kombinationspräparat besteht aus dem nukleosidischen Thymidinanalogon Trifluridin (TF; Synonym: Trifluorthymidin, TFT) und dem Thymidinphosphorylaseinhibitor Tipiracil (TPI). Das molare Mengenverhältnis Trifluridin/Tipiracil ist 1 : 0,5 (exaktes Massenverhältnis: 1 : 0,471). Dadurch gelingt es, die intrazelluläre Kinetik von TF wie eine Dauerinfusion zu simulieren. Trifluridin/Tipiracil (TAS-102, Handelsname Lonsurf) muss zweimal täglich eingenommen werden (s. u.). Eine weitere Wirkqualität von Tipiracil sind antiangiogene Eigenschaften. Bei der Behandlung des Kolorektalkarzinoms und anderer Tumore werden Medikamente gegen die tumorbedingte Blutgefäßneubildung (Angiogenese) eingesetzt. Bereits in den 1990er Jahren wurde entdeckt, dass die TP proangiogene Eigenschaften hat bzw. dass sie identisch mit dem von Plättchen abgeleiteten, Endothelialzellwachstumsfaktor PD-ECGF ist (= Platelet-derived endothelial cell growth factor). Spätere Untersuchungen haben das bestätigt.
Quellen: de.wikipedia.org
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